CONCAPE Redaktion

Active Sourcing für Ingenieure: Warum passive Kandidaten auf Standardnachrichten nicht antworten

Nach unserer Erfahrung sind erfahrene Ingenieurinnen und Ingenieure meist fest angestellt und verfolgen keine Stelleninserate. Auf Standardnachrichten antworten sie in der Regel nicht, weil sie davon mehrere erhalten, die sich nicht auf ihre Erfahrung beziehen. Wirksam ist Active Sourcing mit einer Ansprache, die die konkrete Erfahrung der Person aufgreift und Lohnband sowie Diskretion vorab klärt.

Zwei Personen im Gespräch an einem Tisch

Warum erreichen Inserate erfahrene Ingenieure so selten?

Erfahrene Ingenieure sind meist fest angestellt: Ein Inserat erreicht deshalb vor allem jene, die ohnehin wechseln wollen – für Schlüsselrollen ist das oft ein zu kleiner Ausschnitt des Marktes.

Wie eng der Markt ist, zeigt die Statistik: Im 2. Quartal 2026 meldeten 33,9 % der Unternehmen in der Schweiz (gewichtet nach Beschäftigten) Schwierigkeiten bei der Rekrutierung qualifizierter Arbeitskräfte, und im Sektor Industrie und Baugewerbe lag die Zahl der offenen Stellen 21,8 % über dem Vorjahr (BFS, August 2026). Weitere Zahlen finden Sie im Überblick zum Ingenieur-Arbeitsmarkt in der Ostschweiz im Herbst 2026.

Warum bringen mehr Nachrichten nicht mehr Antworten?

Mehr Nachrichten machen die einzelne Nachricht austauschbarer: Gefragte Ingenieure erhalten nach unserer Erfahrung mehr Anfragen als früher, auch weil sich Nachrichten mit KI-Werkzeugen automatisiert in grosser Zahl verschicken lassen. Eine Nachricht, die nicht erkennbar auf die Person zugeschnitten ist, bleibt in der Regel unbeantwortet – unabhängig davon, wie gut die Stelle ist.

Was bringt passive Kandidaten zum Antworten?

Passive Kandidaten antworten auf eine Ansprache, die erkennbar für eine Person geschrieben ist und einen konkreten Grund zum Wechsel nennt. Vier Punkte machen den Unterschied:

  • Fachlicher Bezug: Die Ansprache nennt, was die Person tatsächlich gebaut oder verantwortet hat – etwa Vakuumtechnik, Leistungselektronik oder Anlagenbau – und warum gerade sie gemeint ist.
  • Ein konkreter Grund zum Wechsel: Nicht «spannende Herausforderung», sondern was sich ändert: Verantwortung, Technologie, Arbeitsweg, Entwicklungsperspektive.
  • Lohnband und Arbeitsmodell vorab: Eine Spanne und die Präsenzregel gehören in die Erstansprache; ein Lohnband, das nicht zum Markt passt, zeigt sich sonst erst nach mehreren Gesprächen. Schon ein Tag Homeoffice kann entscheiden, ob jemand aus Vorarlberg oder Süddeutschland überhaupt in Frage kommt – welche Grenzen für Grenzgänger gelten, steht in Grenzgänger einstellen 2026.
  • Diskretion: Wer in einer kleinen Branche arbeitet, will sicher sein, dass ein erstes Gespräch diskret behandelt wird.

Ein erfundenes Beispiel für den Unterschied: Statt «Für ein innovatives Unternehmen suchen wir einen Ingenieur – hast du Interesse?» wirkt eine Nachricht wie diese: «Du hast UHV-Prozesskammern ausgelegt. Ein Hersteller von Beschichtungsanlagen sucht jemanden, der den Prozess beim Kunden verantwortet; Lohnband und Präsenzregel nenne ich dir vorab, das Gespräch bleibt diskret.»

Welche Herkunftsbranchen kommen für welche Profile in Frage?

Nach unserer Einschätzung kommen bei Vakuumtechnik neben Halbleiter-Equipment auch Beschichtungs-, Analytik- und Messtechnik in Frage, bei Leistungselektronik Antriebs-, Bahn- und Energietechnik – entscheidend ist die Technologie, nicht die Branche der Herkunftsfirma. Bei Vakuum zählen UHV-Kammern sowie Dichtungs- und Pumpenkonzepte, bei Leistungselektronik Topologie und Normenumfeld (etwa EMV) mehr als das Etikett «Automotive» oder «Energie».

Wie lange dauert es von der Suche bis zum Start?

Mit drei Monaten Kündigungsfrist liegen fünf bis sechs Monate zwischen Suchstart und erstem Arbeitstag – die Suche selbst ist der kürzere Teil: Bei CONCAPE gilt als Ziel, dass CRITICAL 5 Profile in 10 Tagen und CORE 3 Profile in 14 Tagen vorliegen; den Starttermin bestimmt danach die Kündigungsfrist. Das Rechenbeispiel (Annahmen: Suchstart am 1. Oktober, drei Wochen für Gespräche und Entscheid nach den ersten Profilen):

SchrittZeitpunkt im Beispiel
Suchstart1. Oktober
Erste ProfileZiel bei CRITICAL: 5 Profile in 10 Tagen (bis 11. Oktober); bei CORE: 3 Profile in 14 Tagen (bis 15. Oktober)
Gespräche und EntscheidZusage Anfang November
Kündigungsfrist von drei Monatenzum Monatsende: Ende Februar; zum Quartalsende: Ende März
Erster Arbeitstag1. März bzw. 1. April

In den drei Monaten Kündigungsfrist kann der heutige Arbeitgeber mit einem Gegenangebot reagieren (Gegenangebot: Warum Kandidaten kurz vor dem Start abspringen).

CONCAPE ist eine Personalberatung für High-Tech & Engineering in Vaduz und im Raum Zürich und spricht passende Ingenieur:innen per Direct Search in über 40'000 Profilen an – mit Schwerpunkt Ostschweiz, Liechtenstein und Zentralschweiz. Die Preise stehen offen unter concape.li/#preise.

Quellen: Bundesamt für Statistik, Beschäftigungsbarometer 2. Quartal 2026 (Medienmitteilung vom 27. August 2026); CONCAPE, Modelle und Preise (concape.li, Stand Oktober 2026).

Häufige Fragen

Warum antworten erfahrene Ingenieure nicht auf LinkedIn-Nachrichten?

Nach unserer Erfahrung bekommen sie zu viele austauschbare. Antworten kommen eher, wenn die Nachricht ihre konkrete Erfahrung nennt, einen echten Grund zum Wechsel zeigt und Diskretion zusichert – häufig erst beim Telefonat, nicht bei der dritten Nachricht.

Wann ist Active Sourcing die falsche Wahl?

Wenn die Rolle intern noch nicht geklärt ist, das Lohnband deutlich unter Markt liegt oder niemand Zeit für schnelle Gespräche hat. In einem kleinen Fachmarkt verbrennt man sonst Kontakte, die man ein Jahr später braucht.

Wie lange dauert eine Suche mit Active Sourcing?

Das hängt vom Modell ab: Bei CONCAPE gilt als Ziel, dass CRITICAL 5 Profile in 10 Tagen und CORE 3 Profile in 14 Tagen vorliegen. Den Starttermin bestimmt danach vor allem die Kündigungsfrist – im Rechenbeispiel oben liegen fünf bis sechs Monate zwischen Suchstart und erstem Arbeitstag.

Sie suchen Spezialisten für High-Tech, Engineering oder Einkauf & Supply Chain? CONCAPE ist im Rheintal zu Hause und spricht passive Kandidaten in der Schweiz, Liechtenstein, Österreich und Deutschland direkt an.

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