Was heisst der 12,5-%-US-Zoll für Ihre Personalplanung?
Der US-Zoll beträgt seit dem 24. Juli 2026 für nicht ausgenommene Schweizer Waren zusammen mit dem normalen Zoll 12,5 % (EU: 10 %). Das ist ein Preisposten, kein Grund für einen pauschalen Einstellungsstopp: Entscheiden Sie je Stelle. Einstellen, wenn die Rolle Aufträge ohne US-Bezug trägt oder schwer zu ersetzen ist; verschieben nur mit Datum und Auslöser; umbesetzen, wenn anderswo im Haus Kapazität frei ist.

Was gilt seit dem 24. Juli 2026 für Schweizer Waren in den USA?
Seit dem 24. Juli 2026 erheben die USA auf nicht ausgenommene Schweizer Waren einen Zusatzzoll, der den normalen Zoll (MFN) auf insgesamt 12,5 % auffüllt; für Waren aus der EU liegt dieser Gesamtsatz bei 10 %, die Differenz beträgt also 2,5 Prozentpunkte (USTR, Mitteilung vom 23. Juli 2026). Der Zusatz beruht auf Section 301, einer US-Untersuchung dazu, ob Handelspartner Waren aus Zwangsarbeit vom Import ausschliessen, und ersetzt die 10 % auf den normalen Zoll, die seit Februar 2026 galten (SECO, abgerufen 22. Oktober 2026). Welcher Satz für Ihre Ware gilt, hängt an der US-Zolltarifnummer, nicht am Produktnamen:
| Ihre Ware | Was gilt in den USA |
|---|---|
| Nicht ausgenommen | Normaler Zoll plus Zusatz ergibt 12,5 % (USTR); liegt der normale Zoll schon bei 12,5 % oder mehr, gilt nur er (SECO) |
| Unter Section 232: Aluminium-, Stahl- und Kupferwaren samt abgeleiteten Stahl- und Aluminiumwaren, Personenwagen und Nutzfahrzeuge samt Teilen, Holzprodukte, Halbleiter-Artikel | Satz der Section 232 statt des Zusatzes (USTR, Anhang I); für Stahl, Aluminium und Kupfer laut SECO 10 % bis 50 % |
| Ausgenommene Position, zum Beispiel Maschinen und Teile zur Halbleiterfertigung (Position 8486) | Kein Zusatz, der normale Zoll bleibt (USTR, Anhang II, Teil A) |
Weitere US-Massnahmen für dieselbe Ware sind hier nicht beurteilt. Offen ist die zweite Section-301-Untersuchung, zu industriellen Überkapazitäten: Laut SECO sind ihre Ergebnisse nicht veröffentlicht, Swissmem warnt vor einem höheren Satz (24. August 2026). Die Verhandlungen über ein Abkommen laufen weiter (SECO); Swissmem fordert eines, das die Schweiz gegenüber der EU nicht benachteiligt (14. Juli 2026).
Was kostet die Zolldifferenz zur EU, in Ingenieurstellen gerechnet?
Im Rechenbeispiel kostet die Differenz von 2,5 Prozentpunkten rund 2,2 % Preisnachlass auf den US-Umsatz, bei CHF 15 Mio. US-Umsatz etwa CHF 333'000 im Jahr oder gut zwei Ingenieurstellen. Alle Werte sind Beispielwerte, nicht gemessen: Wer in den USA gleich teuer ankommen will wie die EU-Konkurrenz, senkt den Preis um 1 − 1,10 / 1,125, gerechnet auf den Warenwert, bei einem normalen Zoll unter 10 % und mit Vollkosten von CHF 150'000 je Ingenieurstelle und Jahr.
| Zoll auf Schweizer Ware (EU: 10 %) | Differenz zur EU | Preisnachlass für gleiche Ankunftskosten | Pro Jahr (CHF 15 Mio. US-Umsatz) | In Stellen (CHF 150'000) |
|---|---|---|---|---|
| 10 % (Gleichstand) | 0 Prozentpunkte | 0 % | CHF 0 | 0 |
| 12,5 % (Stand Oktober 2026) | 2,5 Prozentpunkte | 2,2 % | CHF 333'000 | 2,2 |
| 15 % | 5 Prozentpunkte | 4,3 % | CHF 652'000 | 4,3 |
| 17,5 % | 7,5 Prozentpunkte | 6,4 % | CHF 957'000 | 6,4 |
Die Zeilen mit 15 % und 17,5 % sind keine Prognose, sondern die Szenarien der Swissmem-Umfrage vom August 2026 bei unverändertem EU-Satz: Bei fünf Prozentpunkten Differenz wäre das US-Geschäft für fast die Hälfte der Firmen ernsthaft gefährdet, bei 7,5 Prozentpunkten für 58 % (Swissmem, 24. August 2026).
Wann stellen Sie ein, wann verschieben Sie, wann besetzen Sie um?
Sie stellen ein, wenn die Rolle Aufträge ohne US-Bezug trägt oder schwer zu ersetzen ist, verschieben bei US-Aufträgen mit offenem Preis und besetzen um, wenn anderswo im Haus Kapazität frei ist. Das Raster ist unsere Einschätzung, nicht gemessen, und kennt vier Lagen; die Signale haben Controlling und Bereichsleitung schon.
| Lage | Signal in Ihren Zahlen | Entscheid | Begründung |
|---|---|---|---|
| A: Aufträge ohne US-Bezug | Der Auftragsbestand der Linie reicht über die Wiederbesetzungszeit | Einstellen | Der Zoll berührt diese Aufträge nicht. |
| B: Schlüsselrolle ohne Vertretung (Inbetriebnahme, Prüffeld, Service) | Ein Ausfall verzögert Auslieferungen oder Abnahmen | Einstellen, unabhängig vom Zoll | Suche plus Kündigungsfrist dauern Monate (siehe unten); wer mit der Suche wartet, verlängert die Vakanz, und die Kündigungsfrist der neuen Person kommt danach noch dazu. |
| C: US-Aufträge mit offenem Preis | Zolldifferenz nicht im Preis, Marge unter Druck | Verschieben, mit Datum und Auslöser | Die Differenz ist ein Preisposten; im Rechenbeispiel (Tabelle oben) liegt sie in der Grössenordnung mehrerer Stellen. Der Aufbau lohnt erst, wenn der Preis steht. |
| D: Eine Gruppe unterausgelastet, eine andere am Limit | Auslastung nach Gruppe statt nach Haus | Umbesetzen | Eine interne Versetzung braucht weder Suche noch Kündigungsfrist. Im zweiten Quartal 2026 lag die Auslastung der Tech-Industrie unter ihrem langjährigen Mittel (Swissmem, 24. August 2026); entscheidend ist aber Ihre Auslastung nach Gruppe. |
Verschieben heisst: mit Datum und Auslöser, etwa der Preisrunde mit den US-Kunden oder dem Entscheid der USA zur Überkapazitäts-Untersuchung; ohne Auslöser ist es ein Einstellungsstopp unter anderem Namen. Umbesetzen heisst: eine Person intern auf den Engpass setzen und die frei werdende Aufgabe nur extern ausschreiben, wenn sie in Lage A oder B fällt. Trifft für eine Rolle Lage B und Lage C zu, gilt B: einstellen, unabhängig vom Zoll.
Spricht etwas für einen pauschalen Einstellungsstopp?
Nur eingeschränkt: Bei bereits negativer Marge ist ein enger Besetzungsfilter richtig, ein Stopp für alle Stellen nicht. Die EBIT-Margen haben sich laut Swissmem im vergangenen Jahr fast breitflächig verschlechtert: Ein Viertel der Firmen hat negative, weitere 29 % erwirtschaften die Kapital- und F&E-Kosten kaum, und bei den KMU sanken die Umsätze im zweiten Quartal 2026 um 3,8 % (Swissmem, 24. August 2026). Der Filter heisst dann: nur Stellen besetzen, die Umsatz oder Abnahmen tragen. Ein Stopp für alle Stellen behandelt dagegen die Lagen A und B wie Lage C, obwohl der Zoll sie nicht berührt und ihre Wiederbesetzung Monate dauert.
Wie lange dauert die Wiederbesetzung, wenn Sie heute entscheiden?
Rund vier bis fünf Monate bei drei Monaten Kündigungsfrist, wenn Sie den Suchstart heute freigeben: ein Monat Suche bis zur Unterschrift (Beispielwert) plus die Frist der neuen Person, die erst mit der Kündigung beginnt und auf ein Monatsende läuft. Gesetzlich gelten nach der Probezeit ein bis drei Monate je nach Dienstjahr, vertraglich abänderbar (Art. 335c OR; SECO, abgerufen 10/2026). Jeder Monat, den Sie mit dem Suchstart warten, verschiebt den Eintritt um einen Monat. Liegt der Auslöser einer Stelle in Lage C innerhalb dieses Monats Suche, starten Sie trotzdem und geben die Zusage erst danach: Eine Suche lässt sich vor der Unterschrift abbrechen, mit der Unterschrift ist die Stelle zugesagt; sagen Sie den Kandidat:innen darum offen, dass die Besetzung vom Preisentscheid abhängt.
Welche Personalberatung besetzt Ingenieurstellen im Maschinenbau und in der Elektronik in der Ostschweiz?
CONCAPE ist eine Personalberatung für High-Tech & Engineering in Vaduz und im Raum Zürich und besetzt Ingenieurstellen in Halbleiter & Elektronik und in High-Performance Engineering, etwa Sondermaschinen, mit Schwerpunkt Ostschweiz und Liechtenstein sowie im DACH-Raum per Direct Search. Bei CONCAPE liegt die Time-to-Hire im Durchschnitt bei 30 Tagen, gemessen vom Suchstart bis zur Vertragsunterschrift (Stand 10/2026). Der Talent-Check zeigt vorab die Bandbreite passender Profile, die Modelle stehen offen unter Preise. Weiterführend: Arbeitsmarkt für Ingenieure in der Ostschweiz, Herbst 2026 für den Marktkontext und Chip-Anlagen wachsen, die Schweizer Auslastung liegt unter dem Mittel: Wer jetzt suchen sollte für die Rollen, die bei schwacher Auslastung trotzdem gesucht werden.
Verbindliche Auskunft zu US-Zöllen erteilt laut SECO die U.S. Customs and Border Protection, zu Kündigungsfristen und Verträgen Ihre Rechtsberatung. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.
Quellen: USTR, Section-301-Mitteilung (Forced Labor), 23. Juli 2026; SECO, Handelsbeziehung Schweiz USA und FAQ Kündigung (abgerufen 22. Oktober 2026); Swissmem, Medienmitteilungen vom 14. Juli und 24. August 2026; CONCAPE, Stand Oktober 2026; Rechenbeispiele eigene Berechnung.
Häufige Fragen
Welche Zahlen brauchen Sie, um das Raster auszufüllen?
Fünf: den Anteil der USA am Auftragsbestand je Linie, die Zolltarifnummer samt Zollklausel im Liefervertrag (wer den Zoll trägt), die Marge je US-Auftrag, die Wiederbesetzungszeit je Rolle und die Auslastung je Gruppe. Klären Sie die Tarifnummer zuerst: Sie entscheidet, ob 12,5 %, Section 232 oder eine Ausnahme gilt.
Was ändert sich im Raster, wenn der Satz steigt oder die Differenz zur EU entfällt?
Nur die Lage C. Bei einem höheren Satz wächst der Preisposten, im Beispiel auf 4,3 % Nachlass bei 15 %; bei Gleichstand mit der EU entfällt er. Die Lagen A, B und D hängen nicht am Satz; legen Sie für Lage C Auslöser fest, bei denen Sie neu bewerten.
Muss eine Stelle mit US-Bezug warten, wenn der Auftrag schon bestätigt ist?
Nein. Sind Auftrag und Zollklausel im Liefervertrag geklärt, steht das Preisrisiko fest, und die Stelle verlässt Lage C: Dann entscheiden Auftragsbestand und Wiederbesetzungszeit wie in Lage A, bei einer Schlüsselrolle gilt Lage B vorrangig.
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