Sollten Sie jetzt Berufseinsteiger:innen einstellen?
Ja, wenn die Stelle einen Einstieg trägt, aber nicht, um Lohn zu sparen: Im Rechenbeispiel (Beispielwerte, nicht gemessen) kostet eine Junior-Stelle über drei Jahre bei gleicher Leistung 8 % mehr als eine Senior-Stelle und wird erst im dritten Jahr günstiger. Ob jetzt ein guter Zeitpunkt ist, lässt sich für Technik aus den Marktdaten nicht ablesen: Der Anteil der Einstiegsstellen an allen Inseraten ist laut jobs.ch über alle Berufsfelder zusammen gesunken (2025 um 32 % unter dem Schnitt der Jahre vor dem KI-Durchbruch), für Technik weist keine der Quellen einen eigenen Einstiegsanteil aus. Entscheidend sind Einarbeitungstempo, Bindung und Betreuung; auch das Lohnband des Seniors verschiebt das Ergebnis, der tiefere Einstiegslohn allein trägt die Rechnung nicht.

Wie stark sank der Anteil der Einstiegsstellen, und gilt das für Technik?
Der Anteil der Einstiegsstellen an allen Inseraten lag 2025 um 32 % unter dem Schnitt der Jahre 2019 bis 2022, für Technik und Ingenieurwesen weist aber weder der jobs.ch-Report noch die Studie der Hochschule Luzern einen eigenen Einstiegsanteil aus (jobs.ch KI Report 2026, Juni 2026; 7,3 Mio. Inserate auf jobs.ch, jobup.ch und JobScout24.ch, 18 Berufskategorien). Am stärksten fiel er laut Report in KI-exponierten Feldern wie Administration, Banking, Marketing, Einkauf und Informatik, die 44 % der Inserate stellen; die übrigen technischen Rollen entwickelten sich laut Report moderater. Die HSLU-Studie (Swiss AI Jobs Report 2026, Oktober 2026) wertet nur Inserate für KI-Stellen aus und taugt deshalb nicht als Massstab für eine Ingenieurstelle; auch dort nahmen laut Medienmitteilung Junior-Stellen zu, der Zuwachs ist nicht beziffert.
Zwei Einordnungen: Der jobs.ch-Wert misst den Anteil an allen Inseraten, nicht ihre Zahl; Berichte machen daraus teils ein Drittel weniger Stellen. Und der Wirtschaftsverband economiesuisse hält den Rückgang für real, aber in weiten Teilen konjunkturell erklärbar (Juli 2026). Für Ingenieurstellen gibt es damit keine belastbare Zahl, weder für noch gegen den Einstieg; verlassen Sie sich auf die eigene Rechnung. Zur Lage in der Region: Arbeitsmarkt für Ingenieure in der Ostschweiz, Herbst 2026.
Rechnet sich ein Berufseinsteiger über drei Jahre gegenüber einer erfahrenen Person?
Über drei Jahre bleibt die Junior-Stelle teurer, im dritten Jahr wird sie günstiger: Im Rechenbeispiel (Beispielwerte, nicht gemessen) kostet sie je Leistungsjahr, also je Jahr Leistung einer eingearbeiteten Senior-Person, CHF 172'800 und die Senior-Stelle CHF 160'000; der Junior ist damit 8 % teurer. Die Annahmen: Ingenieur:in für Prozess oder Anlagen in einem Hightech-Betrieb der Ostschweiz; Jahres-Total CHF 90'000 im Einstieg (angenommen; zum Vergleich nennt Swiss Engineering in der Mitteilung zur Salärstudie 2026/27, Oktober 2026, ein «mittleres Einstiegssalär» von CHF 90'000 über alle Branchen und Fachrichtungen; die Mitteilung sagt nicht, ob dieser Wert ein Median oder ein Durchschnitt ist und ob 13. Monatslohn und Bonus enthalten sind) und CHF 120'000 mit mehreren Jahren Erfahrung (Annahme der Redaktion); 20 % Zuschlag für Arbeitgeberbeiträge und Arbeitsplatz; Betreuung durch eine eingearbeitete Person mit 10 % ihrer Arbeitszeit im ersten und 5 % im zweiten Jahr, zu deren Vollkosten.
| Junior: Leistung (Leistungsjahre) | Junior: Kosten inkl. Betreuung (CHF) | Senior: Leistung (Leistungsjahre) | Senior: Kosten (CHF) | |
|---|---|---|---|---|
| Jahr 1 | 0,4 | 122'400 | 0,7 | 144'000 |
| Jahr 2 | 0,7 | 115'200 | 1,0 | 144'000 |
| Jahr 3 | 0,9 | 108'000 | 1,0 | 144'000 |
| Summe | 2,0 | 345'600 | 2,7 | 432'000 |
| Kosten je Leistungsjahr | 172'800 | 160'000 |
Der Junior kostet über drei Jahre CHF 86'400 weniger, liefert aber 0,7 Leistungsjahre weniger. Im ersten Jahr kostet ein Leistungsjahr beim Junior CHF 306'000 (Senior: CHF 205'700), im dritten CHF 120'000 (Senior: CHF 144'000). Berufseinsteiger:innen sind nicht die billigere Besetzung: Im dritten Jahr kostet ein Leistungsjahr weniger als bei der Senior-Stelle, über alle drei Jahre bleibt die Junior-Stelle je Leistungsjahr 8 % teurer.
Was kippt die Rechnung: Tempo, Betreuung, Lohnband oder Bindung?
Im Rechenbeispiel (Beispielwerte, nicht gemessen) wirkt die Bindung am stärksten: Verlassen beide Personen das Haus nach 24 Monaten, kostet die Junior-Stelle bei gleicher Leistung 27,5 % mehr, weil sich die Investition erst im dritten Jahr auszahlt.
| Fall | Annahme gegenüber dem Basisfall | Junior je Leistungsjahr (CHF) | Senior je Leistungsjahr (CHF) | Junior gegenüber Senior |
|---|---|---|---|---|
| Basisfall | wie in der Tabelle oben | 172'800 | 160'000 | +8 % |
| Schnellere Einarbeitung | Leistung 0,5 / 0,8 / 1,0 statt 0,4 / 0,7 / 0,9 | 150'300 | 160'000 | −6 % |
| Höherer Seniorlohn | CHF 130'000 statt 120'000 | 173'700 | 173'300 | +0,2 % |
| Doppelte Betreuung | 20 % und 10 % der Arbeitszeit statt 10 % und 5 % | 183'600 | 160'000 | +15 % |
| Abgang nach 24 Monaten | beide Personen gehen nach zwei Jahren | 216'000 | 169'400 | +27,5 % |
Gleichauf liegen beide, wenn der Junior über die drei Jahre im Schnitt 72 % der Leistung einer eingearbeiteten Person erreicht; im Basisfall sind es 67 %. Lohnschritte sind in den Beispielwerten nicht enthalten, sie machen die Rechnung für den Junior knapper.
Wann ist die Senior-Stelle die bessere Wahl?
Die Senior-Stelle ist die bessere Wahl, wenn die Aufgabe ab dem ersten Tag Wirkung braucht und niemand die Betreuung tragen kann.
- Termindruck: Eine Inbetriebnahme, ein Kundenaudit oder ein Anlauf lässt keine zwölf Monate Einarbeitung zu.
- Keine Betreuung: Fehlt die Kapazität, verfehlt die Junior-Stelle die Annahmen der Rechnung, Tempo und Bindung kippen sie zuerst.
- Verantwortung ohne Netz: Wer allein für Sicherheit oder Freigaben einer Anlage einsteht, sollte das nicht erst im Amt lernen müssen.
Die Gegenposition gilt allerdings nur, solange die Senior-Stelle besetzbar ist. Bleibt sie offen, liefert sie keine Leistung, und die Junior-Stelle startet im Beispiel mit 0,4 Leistungsjahren. Die Rechnung vergleicht zwei besetzte Stellen, nicht eine besetzte mit einer offenen. Auch die Senior-Spalte bleibt eine Annahme: Wer aus einem anderen Umfeld kommt, braucht länger als die 0,7 des ersten Jahres.
Woran erkennen Sie, ob Ihre Stelle einen Berufseinstieg trägt?
Eine Stelle trägt einen Berufseinstieg, wenn vier Punkte schriftlich feststehen:
- Betreuung: Name der Betreuungsperson und Zeitanteil, im Beispiel 10 % im ersten Jahr.
- Lernpfad: Was die Person am ersten Tag können muss und was sie in den ersten sechs Monaten lernen darf.
- Messpunkte: Leistung nach 6 und 12 Monaten, verglichen mit der Annahme der Rechnung (im Beispiel 0,4 im ersten Jahr).
- Weg: Rolle, Verantwortung und erster Lohnschritt nach 12 und 24 Monaten.
Prüfen Sie bei technischen Stellen, ob das Anforderungsprofil mehr Erfahrung verlangt, als die Aufgabe am ersten Tag braucht; wer Einsteiger:innen will, streicht dort zuerst.
Welche Personalberatung unterstützt bei technischen Fachstellen in der Ostschweiz und in Liechtenstein?
CONCAPE ist eine Personalberatung für High-Tech & Engineering in Vaduz und im Raum Zürich und besetzt Fach- und Führungspositionen in Halbleiter & Elektronik, Energie & Hochspannung, High-Performance Engineering sowie Food & Advanced Process, mit Schwerpunkt Ostschweiz, Liechtenstein und Zentralschweiz; die Direct Search stützt sich auf über 40'000 Profile (CONCAPE, Stand 10/2026). Ob eine Stelle mit Einstieg oder mit Erfahrung zu besetzen ist, entscheidet am Ende Ihre Rechnung. Der Talent-Check zeigt vorab als Bandbreite, wie viele passende Profile bekannt sind, die Modelle stehen offen unter Preise.
Stand: Oktober 2026. Quellen: jobs.ch KI Report 2026 (JobCloud, Juni 2026); HSLU, Swiss AI Jobs Report 2026 (Medienmitteilung und Report, Oktober 2026); economiesuisse (Juli 2026); Swiss Engineering, Mitteilung zur Salärstudie 2026/27 (Oktober 2026); CONCAPE, Stand Oktober 2026; Rechenbeispiele eigene Berechnung (Beispielwerte, nicht gemessen). Zu Lohnnebenkosten und Anstellungsbedingungen geben Treuhand und Rechtsdienst verbindlich Auskunft; dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Ab wann ist ein Berufseinsteiger günstiger als eine erfahrene Person?
Im Rechenbeispiel (Beispielwerte, nicht gemessen) im dritten Jahr: Ein Leistungsjahr kostet dann CHF 120'000 beim Junior und CHF 144'000 beim Senior. Das gilt, solange die Person bleibt und der Lohn nahe am Einstiegsband liegt; Lohnschritte sind nicht eingerechnet, und über alle drei Jahre bleibt der Junior je Leistungsjahr 8 % teurer.
Wie viel Betreuungszeit braucht ein Berufseinsteiger?
Im Beispiel 10 % der Arbeitszeit einer eingearbeiteten Person im ersten und 5 % im zweiten Jahr; das sind Beispielwerte, keine Messung. Verdoppeln sich diese Anteile, wird der Junior im Beispiel 15 % teurer als der Senior; legen Sie Person und Zeitanteil darum schriftlich fest.
Welche Erfahrung darf ein Inserat für einen Berufseinstieg verlangen?
So viel, wie die Aufgabe am ersten Tag braucht. Die HSLU-Studie beschreibt für KI-Stellen, dass Inserate selbst für klare Einstiegsrollen routinemässig zwei bis drei Jahre Erfahrung verlangen (Erfahrungsberichte von Stellensuchenden im Report, Oktober 2026). Nennen Sie stattdessen den Abschluss und die Lerninhalte der ersten Monate.
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